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„Coming soon\"-Inserate auf ImmoScout24 richtig nutzen

ImmoScout24 kennzeichnet 2026 noch nicht veröffentlichte Angebote als „Coming soon\". Was das Label bedeutet, wie du vor allen anderen reagierst und wo die Grenze liegt.

Wohnly Redaktion
Ratgeber-Team
15. August 2026·6 Min. Lesezeit

Mit dem Label „Coming soon" zeigt ImmoScout24 seit 2026 Wohnungen an, die noch nicht offiziell inseriert sind. Für Suchende ist das potenziell die wertvollste der drei neuen Portalfunktionen — denn zum ersten Mal wird ein Teil des Marktes sichtbar, der bisher hinter verschlossenen Türen vergeben wurde. Dieser Beitrag erklärt, was das Label bedeutet, wie du es systematisch nutzt und warum es die eigentliche Regel des Marktes nicht ausser Kraft setzt.

Das Wichtigste in Kürze

  • „Coming soon" kennzeichnet Objekte, die bald vermietet werden, aber noch nicht regulär inseriert sind.
  • Der Zweck: ImmoScout24 will den Wohnungs-Graumarkt sichtbar machen — also die Wohnungen, die sonst unter der Hand weggehen.
  • Dein Vorteil: Du kennst das Objekt, bevor die grosse Bewerberwelle einsetzt.
  • Die Grenze: Sobald das Inserat live geht, gelten dieselben Regeln wie immer — die ersten 20 bis 30 Anfragen bekommen die Termine.
  • Richtig genutzt ist „Coming soon" ein Vorwarnsystem, mit dem du deine Bewerbung vorbereitest statt sie zu improvisieren.

Was „Coming soon" bedeutet

Das Label markiert Immobilien, die ein Vermieter demnächst anbieten will, für die aber noch kein reguläres Inserat geschaltet ist. Es gehört zu einer Funktionsgruppe, die ImmoScout24 2026 eingeführt hat — zusammen mit Wartelisten für Miet- und Kaufinteressenten und dem Mieter-Netzwerk. Erklärtes Ziel des Portals ist, den sogenannten Graumarkt sichtbar zu machen.

Dieser Graumarkt ist real und gross. Ein erheblicher Teil der Mietwohnungen in deutschen Grossstädten wird nie öffentlich ausgeschrieben, weil Vermieter sich die Flut aus 200 Anfragen ersparen wollen und zuerst im eigenen Umfeld, bei der Hausverwaltung oder bei früheren Interessenten fragen.

Warum das ein echter Vorteil sein kann

Der Wert von „Coming soon" liegt nicht darin, dass du dich früher bewerben kannst — meistens geht das noch gar nicht. Er liegt darin, dass du Vorbereitungszeit bekommst.

In der Normalsituation erfährst du von einer Wohnung im selben Moment wie 200 andere. Dann zählt jede Minute, und alles, was nicht schon fertig ist, kostet dich den Platz. Bei einem vorangekündigten Objekt kehrt sich das um: Du weisst, was kommt, und kannst dich einrichten.

Konkret heisst das:

  • Objekt merken und Benachrichtigung aktivieren, damit du den Moment der Veröffentlichung nicht verpasst.
  • Unterlagen prüfen — passt dein Einkommen zur aufgerufenen Miete, sind alle Nachweise aktuell?
  • Anschreiben vorbereiten, mit konkretem Bezug zu diesem Objekt statt aus der Vorlage.
  • Vermieter oder Hausverwaltung recherchieren. Bei einer bekannten Verwaltung lohnt sich oft eine direkte Anfrage, noch bevor das Inserat live geht — wie das geht, steht in Hausverwaltungen direkt anschreiben.

Die Grenze: Der Startschuss fällt trotzdem

Hier ist die nüchterne Einordnung. „Coming soon" verschiebt den Wettbewerb nach vorn, es schafft ihn nicht ab.

Sobald das Inserat regulär veröffentlicht wird, gilt wieder die alte Regel: Auf eine attraktive Wohnung kommen in München im Schnitt 47 Bewerber, in Schwabing und der Maxvorstadt 70 bis 120. Vermieter lesen die ersten 20 bis 30 Anfragen und vergeben danach die Termine.

Und es kommt noch etwas hinzu: Ein „Coming soon"-Label sehen alle. Es ist gut möglich, dass ein vorangekündigtes Objekt beim Start sogar mehr Anfragen bekommt als ein normales, weil sich Interessenten aufgestaut haben. Wer sich auf das Label verlässt, ohne beim Start schnell zu sein, kann dadurch schlechter dastehen als vorher.

Wie du „Coming soon" systematisch nutzt

PhaseWas du tust
Objekt entdecktmerken, Benachrichtigung aktivieren, Vermieter recherchieren
Vor VeröffentlichungUnterlagen aktualisieren, Anschreiben vorbereiten, ggf. Direktkontakt
Veröffentlichungin den ersten Minuten bewerben
Danachfreundlich einmal nachfassen, nicht drängen

Der letzte Punkt wird oft falsch gemacht. Wann Nachfassen sinnvoll ist und wann es schadet, steht in Wann meldet sich ein Vermieter nach der Bewerbung?.

Der Haken beim Timing — und wie du ihn löst

Das grösste praktische Problem: Du weisst nicht, wann ein vorangekündigtes Objekt live geht. Es kann in drei Tagen sein oder in drei Wochen, morgens um sieben oder mittags um zwölf.

Wer berufstätig ist, kann das nicht abfangen. Portalbenachrichtigungen kommen zwar an, aber zwischen Push-Nachricht und abgeschickter Bewerbung liegen im Arbeitsalltag leicht mehrere Stunden — und die entscheiden das Rennen. Genau dafür gibt es Bewerbungsagenten: Wohnly überwacht ImmoScout24 rund um die Uhr (Immowelt und WG-Gesucht folgen in Kürze) und verschickt in Sekunden ein individuell erzeugtes Anschreiben, sobald ein passendes Inserat erscheint. Starter 19,99 € im Monat, 7 Tage kostenlos testbar.

Die sinnvolle Kombination sieht so aus: „Coming soon" nutzen, um vorbereitet zu sein — und die Automatisierung, um im Moment der Veröffentlichung tatsächlich unter den Ersten zu sein.

Häufig gestellte Fragen

Das Label kennzeichnet Immobilien, die bald angeboten werden, für die aber noch kein reguläres Inserat geschaltet ist. ImmoScout24 hat es 2026 eingeführt, um den bisher unsichtbaren Graumarkt an Wohnungen abzubilden, die häufig ohne öffentliche Ausschreibung vergeben werden.

In der Regel nicht direkt über das Portal, solange kein reguläres Inserat existiert. Was du tun kannst: das Objekt merken, Benachrichtigungen aktivieren und — wenn Vermieter oder Hausverwaltung erkennbar sind — direkt anfragen. Über die Warteliste lässt sich zusätzlich Interesse an einem konkreten Objekt hinterlegen.

Es bringt Vorbereitungszeit, nicht automatisch einen Startvorsprung. Der Wettbewerb beginnt weiterhin mit der Veröffentlichung, und dann gelten die üblichen Regeln. Wer die Vorwarnung nutzt, um Unterlagen und Anschreiben fertig zu haben, ist im entscheidenden Moment allerdings deutlich schneller als der Rest.

Eher im Gegenteil. Weil das Label für alle sichtbar ist, kann sich vor der Veröffentlichung Interesse aufstauen, sodass beim Start sogar mehr Anfragen eingehen als bei einem normalen Inserat. Der Vorteil liegt in der Vorbereitung, nicht in geringerer Konkurrenz.

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