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Mietschuldenfreiheitsbescheinigung: Muster, Anspruch und Alternativen

Mietschuldenfreiheitsbescheinigung für die Wohnungsbewerbung: kostenloses Muster, ob dein Vermieter sie ausstellen muss und welche Alternativen gelten.

Wohnly Redaktion
Ratgeber-Team
6. März 2026·4 Min. Lesezeit

Die Mietschuldenfreiheitsbescheinigung gehört in fast jede Bewerbungsmappe: Dein bisheriger Vermieter bestätigt darin, dass du deine Miete immer pünktlich gezahlt hast. Das Problem: Es gibt keinen gesetzlichen Anspruch darauf, und manche Vermieter stellen sie schlicht nicht aus. In diesem Artikel bekommst du ein fertiges Muster, erfährst, wie du deinen Vermieter zur Ausstellung bewegst, und welche Alternativen neue Vermieter genauso akzeptieren.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Bescheinigung bestätigt, dass aus deinem bisherigen Mietverhältnis keine Mietschulden bestehen.
  • Einen einklagbaren Anspruch auf Ausstellung gibt es nicht (BGH, Urteil vom 30.09.2009, VIII ZR 238/08).
  • Die meisten Vermieter stellen sie trotzdem aus, wenn du freundlich fragst und ein fertiges Muster mitschickst.
  • Vollwertige Alternativen: Kontoauszüge der letzten 12 Mietzahlungen oder eine Bestätigung der Hausverwaltung.
  • In die Bewerbungsmappe gehört sie neben SCHUFA-Auskunft, Einkommensnachweisen und Selbstauskunft.

Was ist eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung?

Die Mietschuldenfreiheitsbescheinigung ist ein kurzes Schreiben deines aktuellen oder früheren Vermieters. Er bestätigt darin, dass du während des Mietverhältnisses keine Mietrückstände hattest und zum Stichtag keine Forderungen offen sind. Für neue Vermieter ist das ein starkes Signal: Wer jahrelang pünktlich gezahlt hat, wird es sehr wahrscheinlich weiter tun. Auf angespannten Märkten gehört die Bescheinigung deshalb zum Standard der vollständigen Bewerbungsmappe.

Wichtig zu wissen: Die Bescheinigung sagt nur etwas über Mietschulden aus. Sie ersetzt weder die SCHUFA-Auskunft noch Einkommensnachweise, sondern ergänzt sie.

Habe ich einen Anspruch auf die Bescheinigung?

Nein. Der Bundesgerichtshof hat 2009 entschieden, dass Mieter keinen Anspruch auf eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung haben (Az. VIII ZR 238/08). Die Begründung: Der Vermieter müsste mit einer solchen Erklärung womöglich auf spätere Forderungen verzichten, etwa aus noch nicht abgerechneten Nebenkosten.

Was du stattdessen verlangen kannst: eine Quittung über geleistete Zahlungen (§ 368 BGB). Die ist rechtlich etwas anderes, erfüllt in der Praxis aber oft denselben Zweck. Und die gute Nachricht: Die allermeisten Vermieter stellen die Bescheinigung freiwillig aus. Sie kostet sie zwei Minuten und ist ein normaler Vorgang beim Mieterwechsel.

So bittest du deinen Vermieter um die Bescheinigung

Der häufigste Grund für eine Absage ist Bequemlichkeit, nicht böser Wille. Nimm deinem Vermieter deshalb die Arbeit ab:

  1. Schick ein fertiges Muster mit: Er muss nur noch Datum eintragen und unterschreiben.
  2. Frag früh: Am besten direkt mit der Kündigung oder sobald du mit der Wohnungssuche beginnst, nicht erst am Tag vor der Besichtigung.
  3. Wähl den kurzen Dienstweg: Eine freundliche E-Mail mit dem Muster im Anhang funktioniert besser als ein formelles Schreiben.
  4. Bei Hausverwaltungen: Wende dich direkt an die Verwaltung, nicht an den Eigentümer. Verwaltungen haben dafür meist eigene Vorlagen und stellen die Bescheinigung routinemäßig aus.

Muster: Mietschuldenfreiheitsbescheinigung zum Kopieren

Das folgende Muster kannst du direkt übernehmen und deinem Vermieter schicken:

Mietschuldenfreiheitsbescheinigung · Hiermit bestätige ich, [Name Vermieter], [Anschrift], dass [Name Mieter], wohnhaft [Anschrift Mietobjekt], im Zeitraum vom [Einzugsdatum] bis zum [Datum/heute] Mieter der oben genannten Wohnung war/ist. Die Miete einschließlich Nebenkostenvorauszahlungen wurde stets vollständig und pünktlich gezahlt. Zum heutigen Tag bestehen keine offenen Forderungen aus dem Mietverhältnis. Noch nicht abgerechnete Betriebskosten bleiben von dieser Erklärung unberührt. [Ort, Datum, Unterschrift Vermieter]

Der letzte Satz zu den Betriebskosten ist bewusst enthalten: Er nimmt Vermietern die Sorge, mit der Unterschrift auf künftige Nachzahlungen zu verzichten, und erhöht damit deutlich die Bereitschaft zu unterschreiben.

Welche Alternativen akzeptieren neue Vermieter?

Wenn dein Vermieter nicht ausstellt oder nicht erreichbar ist, hast du drei gleichwertige Optionen:

  • Kontoauszüge der letzten 12 Monatsmieten: Markiere die Mietabbuchungen, schwärze alle anderen Umsätze. Das ist der objektivste Nachweis und wird von praktisch allen Vermietern akzeptiert.
  • Dauerauftragsnachweis plus aktueller Kontoauszug: Zeigt, dass die Miete automatisiert und zuverlässig fließt.
  • Kurze Erklärung im Anschreiben: Wenn du zum ersten Mal eine eigene Wohnung mietest (etwa nach dem Studium oder dem Auszug bei den Eltern), erkläre das offen in einem Satz. Niemand erwartet eine Bescheinigung von jemandem, der noch nie zur Miete gewohnt hat. Wie du das elegant formulierst, zeigt unsere Anschreiben-Vorlage.

Häufige Fehler bei der Mietschuldenfreiheitsbescheinigung

  • Zu spät kümmern: Zwischen Anfrage und Ausstellung können bei trägen Vermietern Wochen liegen. Hol sie dir, bevor die Traumwohnung online geht. Warum Tempo zählt, liest du im Artikel Wie schnell muss ich auf ein Inserat antworten?
  • Gefälschte Bescheinigungen: Keine Option. Neue Vermieter rufen bei Vorvermietern an, und eine Fälschung rechtfertigt die fristlose Kündigung, auch nach Einzug.
  • Veraltete Bescheinigung: Älter als drei bis sechs Monate sollte das Dokument nicht sein. Lass dir bei längerer Suche ein aktualisiertes Exemplar geben.
  • Bescheinigung vom Untervermieter: Bei Untermietverhältnissen ist die Aussagekraft begrenzt. Lege zusätzlich Kontoauszüge bei.
Tipp: Hinterlege die Bescheinigung einmal digital in deiner Wohnly-Bewerbungsmappe. Dann liegt sie jeder automatischen Bewerbung bei, ohne dass du daran denken musst.

Häufig gestellte Fragen

Nein. Der BGH hat 2009 entschieden, dass es keinen Anspruch darauf gibt (Az. VIII ZR 238/08). Du kannst aber eine Quittung über gezahlte Mieten verlangen und in der Praxis stellen die meisten Vermieter die Bescheinigung freiwillig aus, vor allem wenn du ein fertiges Muster mitlieferst.

Nichts. Die Bescheinigung ist ein formloses Schreiben, für das Vermieter üblicherweise kein Geld verlangen. Einzelne Hausverwaltungen berechnen eine kleine Bearbeitungsgebühr von 10 bis 25 Euro, was rechtlich umstritten, aber verbreitet ist.

Als Faustregel gilt: nicht älter als drei bis sechs Monate. Vermieter wollen deine aktuelle Zahlungszuverlässigkeit sehen. Bei einer längeren Wohnungssuche lohnt es sich, eine aktualisierte Version anzufragen.

Wenn du bisher bei den Eltern, im Wohnheim oder im Ausland gewohnt hast, erkläre das in einem Satz im Anschreiben. Als Ersatz wirken Einkommensnachweise, eine saubere SCHUFA-Auskunft und gegebenenfalls eine Bürgschaft der Eltern deutlich stärker als eine fehlende Bescheinigung.

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