Du hast die Zusage — Glückwunsch! Jetzt liegt der Mietvertrag vor dir, und die Versuchung ist groß, im Freudentaumel einfach zu unterschreiben. Tu das nicht ungeprüft. Viele Verträge enthalten Klauseln, die dich Geld kosten oder schlicht unwirksam sind. Diese acht Punkte solltest du vor der Unterschrift checken.
1. Schönheitsreparaturen
Der Klassiker. Viele Verträge wälzen Renovierungen auf den Mieter ab — oft mit unwirksamen Klauseln. Unzulässig sind etwa starre Fristen („alle 3 Jahre streichen") oder die Pflicht, bei Auszug unabhängig vom Zustand zu renovieren. Ist die Klausel unwirksam, musst du gar nicht renovieren. Lies diesen Abschnitt besonders genau.
2. Kleinreparaturen
Eine Kleinreparaturklausel ist zulässig, aber nur in Grenzen: Es muss eine Obergrenze pro Reparatur (üblich ~100 €) und eine Jahresobergrenze geben. Fehlt eine Grenze oder ist sie zu hoch, ist die Klausel unwirksam. Achte darauf, dass du nicht für teure Reparaturen herangezogen wirst.
3. Kaution
Prüfe: höchstens drei Kaltmieten, Zahlung in drei Raten möglich, getrennte und verzinste Anlage. Steht im Vertrag mehr, ist das unzulässig.
4. Mietart: Staffel- oder Indexmiete?
Achte darauf, ob eine Staffelmiete (feste Erhöhungsschritte) oder Indexmiete (Kopplung an die Inflation) vereinbart ist. Beides ist erlaubt, hat aber Folgen für deine künftigen Kosten. Rechne durch, was in drei bis fünf Jahren auf dich zukommt, bevor du unterschreibst.
5. Haustiere
Ein generelles Haustierverbot ist häufig unwirksam — Kleintiere sind ohnehin erlaubt. Bei Hunden und Katzen kommt es auf eine Einzelfallabwägung an. Wenn dir Haustiere wichtig sind, kläre das vor der Unterschrift ausdrücklich.
6. Untervermietung
Schau, ob und wie eine Untervermietung geregelt ist. Du hast bei berechtigtem Interesse einen Anspruch auf Erlaubnis zur teilweisen Untervermietung — ein pauschales Verbot ist oft unwirksam. Relevant, falls du mal ein Zimmer untervermieten oder längere Zeit verreisen willst.
7. Betriebs- und Nebenkosten
Prüfe, welche Nebenkosten umgelegt werden und nach welchem Schlüssel. Nur die im Vertrag klar benannten, gesetzlich umlagefähigen Kosten dürfen abgerechnet werden. Eine schwammige „sonstige Kosten"-Klausel ist angreifbar.
8. Übergabe und Zustand
Achte auf eine Regelung zum Übergabeprotokoll. Bestehe darauf, den Zustand bei Einzug gemeinsam zu dokumentieren (inklusive Fotos) — das schützt dich später bei der Kautionsrückzahlung.
Im Zweifel prüfen lassen
Du musst kein Jurist sein, aber bei Unsicherheit lohnt sich der Mieterverein oder eine kurze anwaltliche Prüfung — gerade bei langfristigen Verträgen. Lieber einmal prüfen als jahrelang eine ungünstige Klausel mitschleppen.
Und falls du noch mitten in der Suche steckst und mehrere Zusagen abwägst: Ein Dienst wie Wohnly bewirbt sich automatisch auf passende Inserate, sodass du genug Optionen hast, um nicht den erstbesten — womöglich schlechten — Vertrag unterschreiben zu müssen.
Das Fazit
Unterschreibe einen Mietvertrag nie ungelesen. Prüfe vor allem Schönheitsreparaturen, Kleinreparaturen, Kaution, Mietart, Haustiere, Untervermietung, Nebenkosten und die Übergaberegelung. Viele belastende Klauseln sind unwirksam — wer das weiß, unterschreibt selbstbewusster und spart sich später teuren Ärger. Im Zweifel kurz vom Mieterverein checken lassen.
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