„Miete ist rausgeschmissenes Geld" — diesen Satz hört jeder, der über den Kauf einer Wohnung nachdenkt. Aber stimmt das 2025 noch? Mit gestiegenen Zinsen und hohen Kaufpreisen ist die Rechnung komplizierter geworden. Hier der ehrliche, nüchterne Vergleich.
Die Ausgangslage 2025
Zwei Dinge haben sich verändert und machen den Kauf schwieriger als noch vor wenigen Jahren:
- Höhere Zinsen: Baufinanzierungen sind deutlich teurer geworden. Die niedrigen Zinsen der 2010er Jahre sind vorbei.
- Hohe Kaufpreise: In Großstädten sind die Kaufpreise auf einem hohen Niveau, auch wenn sie zuletzt teils leicht nachgegeben haben.
Gleichzeitig sind die Mieten gestiegen — beide Seiten der Rechnung haben sich also verteuert.
Die versteckten Kosten beim Kauf
Beim Kauf vergessen viele die Kaufnebenkosten — und die sind erheblich:
- Grunderwerbsteuer: je nach Bundesland 3,5–6,5 % des Kaufpreises
- Notar und Grundbuch: ca. 1,5–2 %
- Makler: oft 3–7 % (geteilt zwischen Käufer und Verkäufer)
In Summe können 10–15 % Nebenkosten obendrauf kommen — bei einer 400.000-Euro-Wohnung also 40.000 bis 60.000 Euro, die du zusätzlich aufbringen musst und die nicht in den Wert der Wohnung fließen.
Dazu kommen laufend: Instandhaltungsrücklage, Hausgeld, Reparaturen — Kosten, die beim Mieten der Vermieter trägt.
Ein vereinfachtes Rechenbeispiel
Nimm eine Wohnung, die zur Miete 1.200 € warm kostet und zum Kauf 400.000 € plus 50.000 € Nebenkosten. Bei den aktuellen Zinsen kann die monatliche Belastung aus Zins, Tilgung und Hausgeld deutlich über der vergleichbaren Miete liegen — gerade in den ersten Jahren. Erst über einen langen Zeitraum (oft 15–20+ Jahre) und mit steigenden Mieten rechnet sich der Kauf in der Regel.
Die ehrliche Wahrheit: In teuren Städten ist Mieten kurzfristig oft günstiger, Kaufen lohnt sich erst langfristig — und nur, wenn du lange bleibst.
Der Faktor Flexibilität
Geld ist nicht alles. Mieten bietet Flexibilität: Du kannst mit kurzer Frist umziehen — für einen neuen Job, eine neue Lebensphase. Eigentum bindet dich an einen Ort; ein Verkauf kostet Zeit und wieder Nebenkosten. Wer beruflich oder privat noch nicht festgelegt ist, fährt mit Mieten oft besser.
Wann sich Kaufen lohnt
Kaufen kann sich rechnen, wenn:
- du langfristig (15+ Jahre) am selben Ort bleiben willst,
- du genug Eigenkapital für die Nebenkosten und einen soliden Anteil hast,
- du eine stabile Einkommenssituation hast,
- dir Sicherheit und Gestaltungsfreiheit im Eigenheim wichtig sind.
Mieten ist die bessere Wahl, wenn du Flexibilität brauchst, (noch) wenig Eigenkapital hast oder in einer sehr teuren Stadt suchst, in der sich der Kauf kaum rechnet.
Erstmal: überhaupt eine Wohnung finden
Ob mieten oder kaufen — der erste Schritt ist, im engen Markt überhaupt etwas Passendes zu finden. Für die Mietsuche hilft Tempo am meisten: Ein Dienst wie Wohnly bewirbt sich automatisch und in Sekunden auf passende Mietwohnungen, sodass du schnell ein Zuhause hast — und in Ruhe entscheiden kannst, ob und wann Kaufen für dich überhaupt ein Thema wird.
Das Fazit
„Miete ist rausgeschmissenes Geld" ist 2025 zu einfach gedacht. Mit hohen Zinsen, teuren Kaufpreisen und 10–15 % Nebenkosten ist Mieten in teuren Städten kurzfristig oft günstiger — Kaufen lohnt sich erst über lange Zeiträume und mit solidem Eigenkapital. Entscheidend sind deine Lebensplanung und Flexibilität. Rechne ehrlich mit allen Nebenkosten, bevor du dich festlegst — und finde erstmal überhaupt das passende Zuhause.
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