Eine WG zu gründen ist in teuren Städten oft die einzige Chance auf eine schöne, große Wohnung — und nebenbei eine super Lebensform. Aber WGs scheitern selten am Zusammenleben und oft an Dingen, die man vorher nicht geklärt hat: Wer haftet? Wer steht im Vertrag? Was passiert, wenn jemand auszieht? Hier die wichtigsten rechtlichen und praktischen Punkte.
Die wichtigste Entscheidung: Vertragsmodell
Es gibt grundsätzlich drei Modelle, wie eine WG mietrechtlich aufgebaut sein kann — und die Wahl hat große Folgen:
- Alle im Hauptmietvertrag: Alle WG-Mitglieder unterschreiben gemeinsam. Vorteil: gleiche Rechte. Nachteil: Ihr haftet gesamtschuldnerisch — zahlt einer nicht, müssen die anderen für die volle Miete einstehen. Auszüge sind kompliziert, weil der Vertrag nur gemeinsam geändert werden kann.
- Ein Hauptmieter + Untermieter: Eine Person hat den Hauptvertrag, die anderen sind Untermieter. Vorteil: einfacher Wechsel. Nachteil: Der Hauptmieter trägt die volle Verantwortung und das Risiko gegenüber dem Vermieter.
- Einzelmietverträge: Jeder hat einen eigenen Vertrag mit dem Vermieter für sein Zimmer. Vorteil: klare Haftung, einfacher Wechsel. Nachteil: selten, weil viele Vermieter das nicht anbieten.
Klärt früh, welches Modell der Vermieter anbietet — es bestimmt eure Haftung und Flexibilität.
Haftung verstehen
Der häufigste Streitpunkt: Wenn alle im Hauptvertrag stehen, haftet jeder für die gesamte Miete, nicht nur für seinen Anteil. Zieht jemand aus oder zahlt nicht, sitzen die anderen auf der Lücke. Das solltet ihr vorher offen besprechen und ggf. eine interne Vereinbarung treffen.
Untervermietung braucht Erlaubnis
Wollt ihr ein Zimmer untervermieten (typisch bei Hauptmieter-Modell), braucht ihr die Erlaubnis des Vermieters. Bei berechtigtem Interesse habt ihr darauf oft einen Anspruch — aber holt sie euch immer schriftlich, sonst riskiert der Hauptmieter Ärger.
Die WG-internen Regeln
Neben dem Mietrecht entscheidet die interne Organisation über den WG-Frieden. Klärt am besten von Anfang an:
- Kosten: Wie werden Miete, Nebenkosten, Internet, Haushaltskasse aufgeteilt?
- Kaution: Wer zahlt welchen Anteil, wer bekommt was zurück?
- Putzplan & Gemeinschaftsausgaben: klingt banal, ist aber Streitthema Nummer eins.
- Auszugsregeln: Wer kümmert sich um Nachmieter, wer trägt Leerstand?
Eine kurze schriftliche WG-Vereinbarung beugt vielen Konflikten vor — gerade bei Geld.
Die Wohnung erstmal finden
Bevor das alles relevant wird, müsst ihr überhaupt eine geeignete große Wohnung finden — und gerade die sind in beliebten Vierteln heiß umkämpft. Als Gruppe könnt ihr mit gebündelten, soliden Einkommen punkten, müsst aber schnell sein.
Ein Dienst wie Wohnly hilft, indem er passende große Wohnungen sofort meldet und sich für die als Hauptmieter auftretende Person bewirbt — so verpasst ihr keine WG-taugliche Wohnung, nur weil ihr euch gerade abstimmt. Anschließend regelt ihr die internen Verträge in Ruhe.
Checkliste WG-Gründung
- ☐ Vertragsmodell mit dem Vermieter klären (Haupt-/Unter-/Einzelverträge)
- ☐ Haftung allen Beteiligten klar machen
- ☐ Untervermietungserlaubnis schriftlich (falls relevant)
- ☐ Kostenaufteilung und Kaution regeln
- ☐ Interne WG-Vereinbarung aufsetzen
- ☐ Auszugs-/Nachmieterregeln festlegen
Das Fazit
Eine WG zu gründen lohnt sich — wenn ihr die rechtlichen Grundlagen klärt, bevor ihr einzieht. Entscheidend ist das Vertragsmodell (und damit die Haftung), die schriftliche Untervermietungserlaubnis und klare interne Regeln zu Geld, Putzen und Auszug. Wer das vorher sauber aufsetzt, erspart sich später Streit — und kann das WG-Leben einfach genießen.
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