Drei Gehaltsabrechnungen zeigen dem Vermieter, was du verdienst — aber nicht, ob es so weitergeht. Genau diese Lücke schließt die Arbeitgeberbescheinigung für den Vermieter: ein kurzes Schreiben, das die unbefristete Anstellung, die bestandene Probezeit und die Position bestätigt. Sie ist keine Pflicht, macht aber aus einer durchschnittlichen Bewerbung eine, die Sicherheit ausstrahlt — besonders bei neuem Job, laufender Probezeit oder wenn die Abrechnungen mehr verraten, als dich lieb ist. Dieser Artikel zeigt, was in die Arbeitgeberbescheinigung gehört, wann sie sich lohnt, wie du sie anfragst — und liefert ein Muster zum Kopieren.
Das Wichtigste in Kürze
- Was sie ist: Ein Schreiben des Arbeitgebers auf Firmenpapier mit Beschäftigungsbeginn, Position, Befristung, Probezeit-Status und optional dem Bruttogehalt.
- Keine Pflicht, aber ein Plus. Vermieter dürfen sie nicht verlangen, sehen sie aber gern — sie beantwortet die Frage „bleibt das Einkommen?".
- Besonders wertvoll bei: neuem Arbeitsvertrag vor Jobstart, laufender Probezeit, Gehaltserhöhung ab nächstem Monat, Elternzeit-Rückkehr — oder wenn du die Gehaltsabrechnung nicht komplett zeigen willst.
- Kein gesetzlicher Anspruch, aber praktisch stellt sie fast jede Personalabteilung innerhalb weniger Tage aus.
- Ergänzt, ersetzt nicht immer: Viele Vermieter wollen zusätzlich die Abrechnungen sehen.
Was eine Arbeitgeberbescheinigung ist — und was nicht
Die Arbeitgeberbescheinigung für die Wohnungsbewerbung ist ein formloses Schreiben, in dem der Arbeitgeber bestätigt, dass du bei ihm beschäftigt bist, und in welchem Rahmen. Sie hat keine gesetzlich vorgeschriebene Form und ist nicht zu verwechseln mit der Arbeitsbescheinigung nach § 312 SGB III, die die Agentur für Arbeit beim Jobverlust verlangt, oder mit einem Arbeitszeugnis, das Leistung und Verhalten bewertet.
Für den Vermieter ist sie das, was die Gehaltsabrechnung nicht sein kann: ein Blick nach vorn. Die Abrechnung sagt „so war es im August". Die Bescheinigung sagt „unbefristet, Probezeit bestanden, keine Kündigung ausgesprochen" — und das ist die Information, die ein Vermieter wirklich sucht, wenn er nach Einkommensnachweisen fragt. Welche Nachweise sonst gelten, steht in Einkommensnachweis Wohnung.
Was in die Bescheinigung gehört
Ein halbes Blatt reicht. Diese Angaben sollten drinstehen:
- Briefkopf des Arbeitgebers mit Anschrift und Ansprechpartner für Rückfragen
- Dein Name und optional das Geburtsdatum
- Beschäftigt seit (Datum des Arbeitsbeginns)
- Position / Tätigkeit
- Art des Vertrags: unbefristet oder befristet bis wann
- Probezeit: beendet am, oder läuft bis
- Umfang: Vollzeit oder Teilzeit mit Wochenstunden
- Hinweis, dass keine Kündigung ausgesprochen wurde und keine Kündigung beabsichtigt ist
- Optional: monatliches Bruttogehalt oder Jahresbrutto
- Ort, Datum, Unterschrift, Firmenstempel
Das Gehalt ist der einzige Punkt, den du abwägen solltest. Steht es drin, kann die Bescheinigung die Gehaltsabrechnungen bei manchen Vermietern ersetzen. Steht es nicht drin, bleibt die Bescheinigung ein reiner Stabilitätsnachweis, und die Abrechnungen kommen dazu.
Wann die Bescheinigung mehr bringt als Gehaltsabrechnungen
In den meisten Standardfällen — seit Jahren unbefristet angestellt, drei saubere Abrechnungen — ist die Bescheinigung ein nettes Extra. Es gibt aber Situationen, in denen sie den Unterschied macht:
Neuer Job, noch keine Abrechnung
Du wechselst die Stadt für eine neue Stelle und hast noch keine einzige Abrechnung vom neuen Arbeitgeber. Dann sind Arbeitsvertrag plus Bescheinigung die einzige Möglichkeit, das künftige Einkommen zu belegen. Die Bescheinigung sollte in diesem Fall das vereinbarte Gehalt nennen. Was sonst bei einem Umzug wegen Job gilt, steht in Wohnung suchen bei Jobwechsel.
Laufende Probezeit
Sechs Monate Probezeit sind für Vermieter ein Risiko: Kündigung mit zwei Wochen Frist, jederzeit. Eine Bescheinigung, die sagt „die Probezeit endet am 31. März, eine Übernahme ist vorgesehen", nimmt dem Vermieter die Sorge — mehr als jede Abrechnung. Mehr dazu in Wohnung mieten in der Probezeit.
Gehaltserhöhung oder Aufstockung ab nächstem Monat
Die Abrechnungen zeigen noch das alte Gehalt. Die Bescheinigung nennt das neue — mit Datum, ab dem es gilt.
Rückkehr aus Elternzeit oder Teilzeit
Die letzten Abrechnungen zeigen Elterngeld oder ein Teilzeitgehalt. Die Bescheinigung bestätigt die Rückkehr in Vollzeit ab einem festen Datum.
Wenn die Abrechnung zu viel verrät
Gehaltsabrechnungen enthalten Kirchensteuer, Steuerklasse, Pfändungsvermerke, Gewerkschaftsbeiträge. Wer das nicht offenlegen will, kann Teile schwärzen — oder gleich eine Bescheinigung mit Bruttogehalt vorlegen. Was du auf der Abrechnung schwärzen darfst, steht in Gehaltsabrechnung für Vermieter schwärzen.
Muster: Arbeitgeberbescheinigung zum Kopieren
Diesen Text kannst du deinem Arbeitgeber als Vorlage schicken — die meisten Personalabteilungen sind dankbar, wenn sie nicht selbst formulieren müssen:
[Briefkopf des Arbeitgebers: Firma, Anschrift, Ansprechpartner, Telefon]
Bescheinigung über das Beschäftigungsverhältnis
Hiermit bestätigen wir, dass Frau/Herr [Vor- und Nachname], geboren am [Datum], seit dem [Datum] in unserem Unternehmen als [Position] beschäftigt ist.
Das Arbeitsverhältnis ist unbefristet [oder: befristet bis zum Datum]. Die Probezeit wurde am [Datum] erfolgreich beendet [oder: endet am Datum]. Die Beschäftigung erfolgt in Vollzeit mit [Zahl] Wochenstunden [oder: in Teilzeit mit Zahl Wochenstunden].
Das Arbeitsverhältnis ist ungekündigt; eine Kündigung ist nicht beabsichtigt.
Das monatliche Bruttogehalt beträgt [Betrag] Euro. [Optional — Zeile weglassen, wenn das Gehalt nicht genannt werden soll.]
Diese Bescheinigung wird auf Wunsch der Mitarbeiterin/des Mitarbeiters zur Vorlage bei der Wohnungssuche ausgestellt.
[Ort, Datum] — [Unterschrift, Name und Funktion des Unterzeichners] — [Firmenstempel]
Die Bescheinigung sollte nicht älter als drei Monate sein, wenn du sie vorlegst. Für eine längere Suche lohnt es sich, sie nach einem Quartal neu anzufragen.
So fragst du die Bescheinigung an
Ein Anspruch auf die Bescheinigung ist gesetzlich nicht ausdrücklich geregelt — anders als bei der Gehaltsabrechnung selbst, die dir nach § 108 Gewerbeordnung zusteht. In der Praxis stellt aber fast jeder Arbeitgeber die Bescheinigung aus; sie ist Routine in jeder Personalabteilung. Drei Dinge beschleunigen es:
- Kurze Mail an HR oder die Führungskraft mit dem Zweck (Wohnungssuche), dem Muster von oben und der Frage, ob das Gehalt genannt werden darf oder soll.
- Zeit einplanen: Zwei bis fünf Werktage sind üblich, in großen Unternehmen auch länger. Nicht erst anfragen, wenn das Inserat schon online ist.
- Als PDF erbitten, nicht nur auf Papier — dann passt sie direkt in die Bewerbungsmappe.
Datenschutzrechtlich ist das unproblematisch: Du bittest selbst um die Bescheinigung und gibst sie selbst weiter. Ohne deine Einwilligung darf der Arbeitgeber dem Vermieter dagegen keine Auskunft geben — ein Vermieter, der „kurz im Betrieb anrufen" will, braucht dafür dein Okay.
Wo die Bescheinigung in die Mappe gehört
Direkt hinter die Einkommensnachweise, vor die SCHUFA-Auskunft. Im Anschreiben ein Satz, der auf sie verweist: „Mein Arbeitgeber bestätigt die unbefristete Anstellung in der beiliegenden Bescheinigung." So findet der Vermieter sie, statt sie zwischen zwölf Seiten zu übersehen. Welche Unterlagen sonst hineingehören, steht in der Unterlagen-Checkliste.
Und weil eine gute Mappe nur zählt, wenn sie rechtzeitig ankommt: Wohnly bewirbt sich auf ImmoScout24, Immowelt und Immonet automatisch, im Median zehn Minuten nach dem Fund, und meldet Treffer bei zwölf weiteren Anbietern sofort per Telegram oder Push. Die Bescheinigung reichst du mit dem Rest der Mappe nach, sobald der Vermieter sie anfordert.
Häufig gestellte Fragen
Nein. Vermieter dürfen Einkommensnachweise verlangen, aber keine bestimmte Form vorschreiben. Die Bescheinigung ist ein freiwilliger Zusatz, der die Gehaltsabrechnungen ergänzt — oder sie ersetzt, wenn es noch keine gibt, etwa bei einem neuen Job.
Name, Beschäftigungsbeginn, Position, ob unbefristet oder befristet, Status der Probezeit, Umfang (Vollzeit/Teilzeit) und der Hinweis, dass keine Kündigung ausgesprochen ist — auf Firmenpapier, mit Datum, Unterschrift und Stempel. Das Bruttogehalt ist optional und sinnvoll, wenn die Bescheinigung die Abrechnungen ersetzen soll.
Ein ausdrücklicher gesetzlicher Anspruch besteht nicht, anders als bei der Gehaltsabrechnung. In der Praxis stellen Personalabteilungen die Bescheinigung aber routinemäßig aus, meist innerhalb weniger Werktage. Eine Vorlage mitzuschicken beschleunigt es.
Manchmal. Nennt sie das Bruttogehalt, akzeptieren viele private Vermieter sie als alleinigen Nachweis. Hausverwaltungen und Wohnungsgesellschaften wollen in der Regel trotzdem die letzten drei Abrechnungen sehen. Sicher ist die Kombination: Abrechnungen für die Zahlen, Bescheinigung für die Stabilität.
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