„Wie lange ist die Wartezeit bei degewo?" ist eine der meistgestellten Fragen zur Berliner Wohnungssuche — und sie geht von einer falschen Annahme aus. Bei den landeseigenen Berliner Wohnungsbaugesellschaften gibt es in der Regel keine Warteliste, auf der man einen Platz hat. Das ändert alles daran, was man tun sollte.
Das Wichtigste in Kürze
- Es gibt keine zentrale Warteliste, in die man sich einträgt und wartet. Man bewirbt sich auf konkrete Inserate, jedes Mal neu.
- Deshalb nennt degewo auch keine Wartezeit — es gibt keine Größe, die sich angeben ließe.
- Was zählt, ist Frequenz und Tempo: wie viele passende Wohnungen du siehst und wie schnell du dich bewirbst.
- Ein WBS erweitert deine Möglichkeiten erheblich, weil ein Teil des Bestands nur an Inhaber vergeben wird.
- inberlinwohnen.de bündelt die Angebote der landeseigenen Gesellschaften an einer Stelle.
Warum die Frage nach der Wartezeit ins Leere läuft
Viele denken bei kommunalen Gesellschaften an ein System wie bei Genossenschaften mit Anwartschaft: eintragen, warten, irgendwann drankommen. So funktionieren die landeseigenen Berliner Gesellschaften in der Regel nicht.
Stattdessen wird jede freiwerdende Wohnung einzeln ausgeschrieben, und für jede Ausschreibung bewirbt man sich neu. Es gibt keinen Platz in einer Reihe, der mit der Zeit nach vorn rückt. Wer sich einmal bewirbt und dann wartet, wartet unbegrenzt.
Daraus folgt die eigentliche Antwort auf die Frage: Die Dauer hängt nicht an einer Wartezeit, sondern daran, auf wie viele passende Inserate du dich beworben hast — und wie schnell.
Was die Chancen tatsächlich erhöht
1. Der Wohnberechtigungsschein
Ein erheblicher Teil des Bestands der landeseigenen Gesellschaften ist an einen WBS gebunden. Ohne ihn stehen dir diese Wohnungen gar nicht offen, egal wie gut deine Unterlagen sind. Mit ihm konkurrierst du zudem in einem kleineren Feld, weil viele Suchende keinen haben.
Den WBS beantragst du beim Wohnungsamt deines Bezirksamts. Was du dafür brauchst und wie lange es dauert, steht in WBS in Berlin beantragen.
2. Frequenz statt Geduld
Wenn jede Wohnung einzeln vergeben wird, ist die Zahl deiner Bewerbungen die entscheidende Größe. Wer sich auf drei Inserate im Monat bewirbt, kann Jahre suchen. Wer jedes passende Inserat erwischt, kommt in Monaten zum Ziel.
Das heißt praktisch: täglich schauen, nicht wöchentlich. Neue Angebote erscheinen laufend, und beliebte Wohnungen sammeln innerhalb von Stunden viele Bewerbungen.
3. Vollständige Unterlagen, sofort verfügbar
Gefragt sind in aller Regel Einkommensnachweise, eine Selbstauskunft, eine SCHUFA-Auskunft und gegebenenfalls der WBS. Wer diese Dokumente erst zusammensucht, wenn ein Inserat erscheint, verliert genau die Zeit, auf die es ankommt. Halte alles als PDF bereit — siehe Bewerbermappe als PDF erstellen.
4. Breiter suchen als geplant
Die Nachfrage verteilt sich sehr ungleich. Wer nur einen Bezirk akzeptiert, konkurriert mit allen anderen, die genau dorthin wollen. Zwei Bezirke weiter kann derselbe Wohnungstyp deutlich erreichbarer sein.
Wo du die Angebote findest
Neben der Website von degewo selbst bündelt inberlinwohnen.de die Angebote der landeseigenen Gesellschaften — degewo, HOWOGE, WBM, Gewobag, GESOBAU, Stadt und Land und berlinovo — an einer Stelle. Das erspart es, sieben Seiten einzeln durchzugehen.
Wichtig zu wissen: Diese Wohnungen erscheinen häufig nicht auf den großen Portalen. Wer nur ImmoScout24 beobachtet, sieht einen erheblichen Teil des bezahlbaren Berliner Bestands nie.
Die realistische Erwartung
Eine seriöse Zahl für „die Wartezeit" gibt es nicht, und jeder, der eine nennt, rät. Was sich sagen lässt: In Berlin übersteigt die Nachfrage nach günstigen Wohnungen das Angebot deutlich, und auf eine attraktive Wohnung der landeseigenen Gesellschaften kommen viele Bewerbungen.
Realistisch ist deshalb nicht die Frage „wie lange dauert es", sondern „wie viele Bewerbungen schaffe ich pro Monat". Wer diese Zahl erhöht, verkürzt die Suche. Wer wartet, wartet.
Für die parallele Suche auf den großen Portalen kann Automatisierung diese Zahl deutlich anheben: Wohnly überwacht ImmoScout24 rund um die Uhr und bewirbt sich automatisch — sieben Tage kostenlos.
Häufig gestellte Fragen
Eine offizielle Wartezeit gibt es nicht, weil es in der Regel keine Warteliste gibt, auf die man sich setzen lässt. Jede freie Wohnung wird einzeln ausgeschrieben, und man bewirbt sich jedes Mal neu. Wie lange die Suche dauert, hängt deshalb vor allem davon ab, auf wie viele passende Inserate du dich bewirbst und wie schnell.
Bei den landeseigenen Berliner Gesellschaften ist das üblicherweise nicht vorgesehen — anders als bei manchen Genossenschaften, die mit Anwartschaften arbeiten. Wer sich einmal bewirbt und dann wartet, wird nicht automatisch berücksichtigt. Prüfe im Zweifel die aktuellen Angaben auf der Website der Gesellschaft.
Für einen erheblichen Teil des Bestands ja. Diese Wohnungen sind ausdrücklich als WBS-gebunden gekennzeichnet und werden nur an Inhaber vergeben. Daneben gibt es freifinanzierte Wohnungen ohne diese Voraussetzung. Ein WBS erweitert die Zahl der Wohnungen, auf die du dich überhaupt bewerben kannst.
Neben den einzelnen Websites bündelt inberlinwohnen.de die Angebote der landeseigenen Gesellschaften — degewo, HOWOGE, WBM, Gewobag, GESOBAU, Stadt und Land und berlinovo. Viele dieser Wohnungen erscheinen nicht auf den großen Immobilienportalen.
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