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WBS in Berlin beantragen: Ablauf, Unterlagen, Dauer

Der Wohnberechtigungsschein öffnet in Berlin einen großen Teil des bezahlbaren Wohnungsbestands. Wer ihn bekommt, welche Unterlagen nötig sind und wie du vorgehst.

Wohnly Redaktion
Ratgeber-Team
3. September 2026·6 Min. Lesezeit

Der Wohnberechtigungsschein (WBS) ist in Berlin einer der wirksamsten Hebel bei der Wohnungssuche — und einer der am häufigsten übersehenen. Ein großer Teil des Bestands der landeseigenen Wohnungsgesellschaften wird ausschließlich an Menschen mit WBS vergeben. Ohne ihn siehst du diese Wohnungen zwar, kannst dich aber nicht bewerben.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der WBS bescheinigt, dass dein Einkommen unter einer festgelegten Grenze liegt.
  • Beantragt wird er beim Wohnungsamt deines Bezirksamts, in vielen Bezirken inzwischen auch online.
  • Er gilt in der Regel ein Jahr und muss danach neu beantragt werden.
  • Kernstück sind die Einkommensnachweise der zurückliegenden zwölf Monate.
  • Er kostet wenig bis nichts — die genaue Gebühr regelt das jeweilige Bezirksamt.

Wer bekommt einen WBS?

Entscheidend ist das Jahreseinkommen des gesamten Haushalts im Verhältnis zur Haushaltsgröße. Liegt es unter der maßgeblichen Grenze, besteht Anspruch. Berlin kennt dabei mehrere Stufen, die unterschiedlich hohe Einkommensgrenzen abbilden — welche für dich gilt, prüft das Wohnungsamt anhand deiner Unterlagen.

Zwei verbreitete Irrtümer:

  • „Ich verdiene zu viel." Viele überschätzen die Hürde. Berechnet wird nicht das Bruttogehalt, sondern ein bereinigtes Einkommen mit Abzügen und Freibeträgen. Es lohnt sich, das prüfen zu lassen, statt es zu vermuten.
  • „Das ist nur für Arbeitslose." Nein. Auszubildende, Studierende, Alleinerziehende, Rentnerinnen und Rentner sowie viele Beschäftigte in Vollzeit haben Anspruch.

Die Unterlagen

Was genau verlangt wird, unterscheidet sich leicht zwischen den Bezirken. In aller Regel gehören dazu:

  • der ausgefüllte Antrag auf Erteilung eines Wohnberechtigungsscheins
  • Einkommensnachweise der letzten zwölf Monate für alle Haushaltsmitglieder — Gehaltsabrechnungen, Steuerbescheid, Rentenbescheid, BAföG-Bescheid, Bescheide über Sozialleistungen
  • Personalausweis oder Pass aller Haushaltsmitglieder
  • gegebenenfalls Meldebescheinigung, Mietvertrag der aktuellen Wohnung, Nachweise über Unterhalt, Schwerbehinderung oder Schwangerschaft

Bei Selbstständigen tritt an die Stelle der Gehaltsabrechnungen üblicherweise der letzte Steuerbescheid, oft ergänzt um eine aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertung.

Der Ablauf

  1. Zuständiges Wohnungsamt ermitteln — das ist das Bezirksamt deines Wohnsitzes, nicht das des Wunschbezirks.
  2. Antragsformular besorgen, meist auf der Website des Bezirksamts.
  3. Unterlagen vollständig zusammenstellen. Unvollständige Anträge sind der häufigste Grund für Verzögerungen.
  4. Einreichen — je nach Bezirk online, per Post oder im Termin.
  5. Auf den Bescheid warten und den WBS anschließend deinen Bewerbungen beilegen.

Wie lange die Bearbeitung dauert, hängt stark vom Bezirk und der Auslastung ab. Plane nicht damit, dass es in wenigen Tagen erledigt ist — beantrage ihn deshalb bevor die passende Wohnung erscheint, nicht danach.

Was der WBS praktisch bringt

Mehr Wohnungen. Ein erheblicher Teil des Bestands der landeseigenen Gesellschaften — degewo, HOWOGE, WBM, Gewobag, GESOBAU, Stadt und Land, berlinovo — ist WBS-gebunden.

Weniger Konkurrenz. Auf eine WBS-gebundene Wohnung bewerben sich nur Menschen mit WBS. Das ist ein deutlich kleineres Feld als bei einer frei ausgeschriebenen Wohnung.

Günstigere Mieten. Die betreffenden Wohnungen liegen preislich unter dem, was auf dem freien Markt für vergleichbare Objekte aufgerufen wird.

Der Fehler, den man vermeiden sollte

Der WBS gilt befristet, üblicherweise ein Jahr. Wer ihn beantragt, während die Suche noch nicht ernsthaft läuft, hat ihn womöglich nicht mehr, wenn es darauf ankommt. Und wer erst beantragt, wenn die Traumwohnung ausgeschrieben ist, kommt zu spät — die Bewerbungsfrist läuft nicht auf die Bearbeitungszeit des Amts.

Der richtige Zeitpunkt ist der Beginn der Suche.

Und parallel dazu

Der WBS öffnet den kommunalen Bestand. Die freifinanzierten Wohnungen auf den großen Portalen laufen davon unabhängig weiter — und dort entscheidet Tempo. Wohnly überwacht ImmoScout24 rund um die Uhr und bewirbt sich automatisch, sieben Tage kostenlos.

Mehr dazu: degewo Wartezeit und Kommunale Wohnungsbaugesellschaft: Bewerbung

Häufig gestellte Fragen

Beim Wohnungsamt des Bezirksamts, in dem du gemeldet bist — nicht in dem Bezirk, in dem du wohnen möchtest. Viele Bezirke bieten den Antrag inzwischen online an; andernfalls per Post oder im Termin.

In der Regel den ausgefüllten Antrag, Einkommensnachweise aller Haushaltsmitglieder für die letzten zwölf Monate, Ausweisdokumente und je nach Fall eine Meldebescheinigung sowie Nachweise über Unterhalt, Schwerbehinderung oder Schwangerschaft. Selbstständige legen meist den letzten Steuerbescheid vor. Die genaue Liste nennt das jeweilige Bezirksamt.

In der Regel ein Jahr ab Ausstellung. Läuft er ab, während du noch suchst, musst du ihn neu beantragen. Deshalb ist es sinnvoll, ihn zu Beginn der ernsthaften Suche zu beantragen und nicht Monate im Voraus.

Das lässt sich nicht am Bruttogehalt ablesen. Maßgeblich ist ein bereinigtes Haushaltseinkommen mit Abzügen und Freibeträgen, bezogen auf die Haushaltsgröße. Viele Beschäftigte in Vollzeit, Alleinerziehende, Auszubildende und Rentner haben Anspruch, ohne es zu vermuten. Eine Prüfung durch das Wohnungsamt kostet nichts außer dem Aufwand für die Unterlagen.

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