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Ohne-Makler: So schreibst du private Vermieter richtig an

Auf Ohne-Makler inserieren private Eigentümer selbst. Warum dort andere Regeln gelten als auf großen Portalen und wie eine Anfrage aussieht, die beantwortet wird.

Wohnly Redaktion
Ratgeber-Team
3. September 2026·5 Min. Lesezeit

Auf Ohne-Makler inserieren überwiegend private Eigentümer ihre Wohnungen selbst — ohne Makler, ohne Provision und ohne standardisiertes Bewerbungsverfahren. Das verändert, was eine gute Anfrage ausmacht: Was auf ImmoScout24 funktioniert, wirkt hier oft falsch.

Das Wichtigste in Kürze

  • Du schreibst an einen Menschen, nicht an eine Verwaltung. Formelhafte Bewerbungssprache wirkt hier deplatziert.
  • Es gibt keine Bewerbungsfrist. Private Vermieter laden oft die ersten sympathischen Anfragen ein und schließen das Inserat danach.
  • Keine Provision — das ist der eigentliche Grund, warum sich die Suche dort lohnt.
  • Unterlagen erst auf Nachfrage. Wer im Erstkontakt ungefragt SCHUFA und Gehaltsabrechnungen anhängt, wirkt automatisiert.

Warum private Vermieter anders auswählen

Eine Hausverwaltung arbeitet eine Liste ab: Einkommen, SCHUFA, Selbstauskunft, fertig. Ein privater Eigentümer, der eine einzelne Wohnung vermietet, entscheidet anders. Er wird die nächsten Jahre mit dieser Person zu tun haben, bei Reparaturen, Nebenkostenabrechnungen und Nachfragen. Deshalb zählt neben der Bonität etwas, das sich schlecht messen lässt: ob die Zusammenarbeit unkompliziert wirkt.

Das ist eine gute Nachricht für alle, deren Unterlagen nicht perfekt sind — befristeter Vertrag, Selbstständigkeit, Probezeit. Ein privater Vermieter kann darüber hinwegsehen, wenn der Rest stimmt. Eine Verwaltung mit festem Kriterienkatalog kann das oft nicht.

Wie die Anfrage aussehen sollte

Kurz. Fünf bis acht Sätze. Die Nachricht wird häufig auf dem Handy gelesen.

Mit Bezug zur Wohnung. Ein Satz, der zeigt, dass du das Inserat gelesen hast — der Balkon, die Lage, der geplante Einzugstermin. Das trennt dich sofort von den Massenanfragen.

Mit den drei Fakten, die jeder wissen will: wer du bist und was du beruflich machst, wie viele Personen einziehen, ab wann du kannst.

Mit einem konkreten Vorschlag. „Ich könnte diese Woche jederzeit zur Besichtigung, auch abends" ist besser als „Über eine Rückmeldung würde ich mich freuen". Du nimmst dem Vermieter damit den nächsten Schritt ab.

Ohne Anhänge im Erstkontakt. Schreib stattdessen: „Selbstauskunft, Gehaltsnachweise und SCHUFA habe ich vorbereitet und schicke sie Ihnen gerne sofort." Das signalisiert Vorbereitung, ohne aufdringlich zu wirken — und du wirkst nicht wie ein Serienbrief.

Was du vermeiden solltest

  • „Sehr geehrte Damen und Herren" an eine Privatperson, deren Namen im Inserat steht.
  • Textbausteine mit falschen Platzhaltern. Nichts entlarvt eine Massenanfrage schneller.
  • Preisverhandlung im Erstkontakt. Dafür ist nach der Besichtigung Zeit.
  • Zu viel Persönliches. Eine Lebensgeschichte im ersten Absatz überfordert.

Der Zeitfaktor

Ohne Bewerbungsfrist und ohne Auswahlverfahren entscheidet die Reihenfolge stärker als bei formalen Verfahren. Viele private Vermieter beantworten die ersten Anfragen, vereinbaren zwei oder drei Termine und lassen das Inserat danach einfach auslaufen.

Praktisch heißt das: Wer täglich einmal abends nachschaut, kommt regelmäßig zu spät. Sinnvoll ist ein Suchauftrag mit Push-Benachrichtigung — und ein vorbereiteter Text, den du in zwei Minuten anpassen kannst.

Warum sich Ohne-Makler trotzdem lohnt

Weil die Provision entfällt und weil die Konkurrenz kleiner ist als auf den großen Portalen. Viele Suchende beobachten ausschließlich ImmoScout24 und Immowelt — wer zusätzlich dort schaut, wo private Anbieter inserieren, bewirbt sich in einem deutlich kleineren Feld.

Parallel dazu kann Automatisierung die Zahl deiner Bewerbungen auf den großen Portalen erhöhen: Wohnly überwacht ImmoScout24 rund um die Uhr und bewirbt sich automatisch — sieben Tage kostenlos.

Mehr dazu: Provisionsfrei mieten und Hausverwaltung direkt anschreiben

Häufig gestellte Fragen

Kurz, persönlich und mit Bezug zum Inserat. Fünf bis acht Sätze reichen: wer du bist und was du beruflich machst, wie viele Personen einziehen, ab wann du kannst, ein Satz zur Wohnung und ein konkreter Terminvorschlag für die Besichtigung. Sprich die Person mit Namen an, wenn er im Inserat steht.

Besser nicht im Erstkontakt. Erwähne stattdessen, dass die Unterlagen vorbereitet sind und sofort geschickt werden können. Ungefragte Anhänge wirken bei einer Privatperson oft wie eine automatisierte Massenanfrage — und genau davon möchtest du dich abheben.

Meist, weil sie die ersten Anfragen beantwortet, zwei bis drei Termine vereinbart und das Inserat danach nicht mehr weiterverfolgt haben. Es gibt bei privaten Vermietungen keine Bewerbungsfrist, die abgewartet wird. Wer erst am Abend antwortet, ist deshalb oft schon zu spät.

Beim Mieten fällt für dich seit dem Bestellerprinzip ohnehin in aller Regel keine Maklerprovision an — den Makler zahlt, wer ihn beauftragt hat. Der Vorteil privat inserierter Wohnungen liegt eher darin, dass die Konkurrenz kleiner ist und die Entscheidung persönlicher ausfällt.

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