Dienste für die Wohnungssuche werben mit Zahlen: drei Portale, zwölf, zwanzig, „2.000 Quellen". Die Zahl allein sagt wenig, denn die großen Portale zeigen zu einem erheblichen Teil dieselben Wohnungen. Entscheidend ist nicht, wie viele Quellen ein Dienst beobachtet, sondern wie verschieden sie sind.
Das Wichtigste in Kürze
- Die großen Portale überschneiden sich stark. Wer auf ImmoScout24 und Immowelt sucht, sieht viele Inserate doppelt.
- Den echten Zuwachs bringen andere Quellenarten: private Anbieter und regionale Wohnungsgesellschaften.
- Eine hohe Portalzahl kann sogar schaden, wenn sie zu Mehrfachmeldungen führt und du dir angewöhnst, Meldungen wegzuwischen.
- Die sinnvolle Kombination sind drei Arten von Quellen, nicht zwanzig Namen.
Warum sich die großen Portale überschneiden
Wer eine Wohnung vermietet, will sie vermieten — und schaltet sie deshalb dort, wo die meisten Menschen suchen. Für professionelle Anbieter und Makler heißt das in der Regel: auf mehreren großen Portalen gleichzeitig, oft automatisiert über dieselbe Software.
Die Folge: Dieselbe Wohnung erscheint auf ImmoScout24, Immowelt und weiteren Portalen — teils mit denselben Fotos und demselben Text. Für dich bedeutet das, dass das zweite große Portal deutlich weniger neue Wohnungen bringt als das erste, und das dritte noch weniger.
Deshalb ist der Sprung von einem auf zwei große Portale sinnvoll, der von fünf auf zehn dagegen kaum spürbar.
Die drei Quellenarten, die sich wirklich unterscheiden
1. Die großen Portale
ImmoScout24, Immowelt und Kleinanzeigen decken den professionell vermarkteten Markt weitgehend ab. Ein bis zwei davon gehören in jede Suche.
2. Private Anbieter
Kleinanzeigen, Ohne-Makler und ähnliche Plattformen führen Wohnungen, die Eigentümer selbst inserieren — ohne Makler, oft günstiger und mit weniger Konkurrenz, weil viele Suchende dort nicht schauen. Das ist eine andere Auswahl, nicht dieselbe in anderer Sortierung.
3. Regionale Wohnungsgesellschaften und Genossenschaften
Hier liegt der größte blinde Fleck. Kommunale Gesellschaften und Genossenschaften vergeben einen erheblichen Teil ihres Bestands ausschließlich über die eigene Website — in Berlin degewo, HOWOGE, WBM, Gewobag, GESOBAU, Stadt und Land und berlinovo, in Hessen die Nassauische Heimstätte, in Hamburg, München oder Stuttgart die jeweiligen Gesellschaften vor Ort.
Diese Wohnungen sind oft günstiger als der freie Markt und haben deutlich weniger Bewerber — schlicht weil die meisten Suchenden sie nie sehen.
Warum viele Quellen auch schaden können
Ein Effekt, über den selten gesprochen wird: Wer zwanzig Quellen mit überlappenden Suchkriterien beobachtet, bekommt dieselbe Wohnung mehrfach gemeldet. Nach zwei Wochen hat man sich angewöhnt, Meldungen wegzuwischen, ohne hinzusehen — und übersieht genau die eine, die passt.
Besser sind wenige, scharf eingestellte Suchen über verschiedene Quellenarten als viele parallele Suchen über ähnliche Portale.
Was die Anbieterzahlen der Dienste bedeuten
Wenn ein Dienst mit zwanzig Quellen wirbt, lohnt die Nachfrage, welcher Art sie sind. Zehn große Portale sind weniger wert als fünf, von denen drei regionale Gesellschaften sind.
Und die zweite Frage ist noch wichtiger: Was passiert nach dem Fund? Ein Dienst, der zwanzig Quellen beobachtet und dich benachrichtigt, verlagert die Arbeit auf dich. Einer, der weniger Quellen beobachtet, aber die Bewerbung verschickt, nimmt sie dir ab. Ausführlich in Benachrichtigung oder automatische Bewerbung?.
Die praktische Empfehlung
- Ein bis zwei große Portale mit Suchauftrag und Push.
- Eine Quelle für private Anbieter — Kleinanzeigen oder Ohne-Makler.
- Die regionalen Gesellschaften deiner Stadt, direkt oder über ein Sammelportal wie inberlinwohnen.de in Berlin.
Das sind vier bis fünf Quellen, die sich tatsächlich unterscheiden. Mehr Namen auf einer Liste bringen wenig; andersartige Quellen bringen viel.
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Häufig gestellte Fragen
Vier bis fünf Quellen reichen, wenn sie sich unterscheiden: ein bis zwei große Portale, eine Plattform für private Anbieter und die regionalen Wohnungsgesellschaften deiner Stadt. Zehn große Portale bringen kaum mehr als zwei, weil professionelle Anbieter dieselbe Wohnung überall schalten.
Zu einem erheblichen Teil ja. Makler und professionelle Vermieter veröffentlichen ihre Objekte meist automatisiert auf mehreren Portalen gleichzeitig. Deshalb bringt das zweite große Portal deutlich weniger neue Treffer als das erste.
Bei kommunalen Wohnungsgesellschaften und Genossenschaften, die ihren Bestand oft nur auf der eigenen Website ausschreiben, sowie bei Plattformen für private Anbieter wie Kleinanzeigen oder Ohne-Makler. Diese Wohnungen haben in der Regel deutlich weniger Bewerber.
Nicht automatisch. Entscheidend ist, wie verschieden die Quellen sind und was nach dem Fund passiert. Zwanzig große Portale mit starker Überschneidung bringen weniger als fünf Quellen, von denen drei regionale Gesellschaften sind — und ein Dienst, der die Bewerbung selbst verschickt, spart mehr Zeit als einer, der nur mehr Meldungen erzeugt.
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