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WBS Berlin beantragen und nutzen: So findest du schneller eine Wohnung

Der Wohnberechtigungsschein (WBS) öffnet in Berlin den Zugang zu öffentlich geförderten Wohnungen mit gedeckelten Mieten von teils 6,50 bis 9 Euro pro Quadratmeter kalt — einem Bruchteil des freien Markts. Anspruch haben deutlich mehr Menschen, als sie glauben; die Einkommensgrenzen werden jährlich angepasst. Beantragen beim Wohnungsamt des Bezirks, dann direkt bei den landeseigenen Gesellschaften registrieren — und auch mit WBS gilt: schnell sein.

Wohnly Redaktion
Ratgeber-Team
11. Juni 2025·8 Min. Lesezeit

Der Wohnberechtigungsschein — kurz WBS — ist eines der am meisten unterschätzten Werkzeuge der Berliner Wohnungssuche. Viele glauben, er sei nur etwas für Menschen mit sehr geringem Einkommen. Tatsächlich haben weit mehr Berlinerinnen und Berliner Anspruch, als sie denken. Und mit WBS öffnet sich ein ganzer Pool an deutlich günstigeren Wohnungen. Hier alles, was du 2026 wissen musst.

Was ist der WBS überhaupt?

Der WBS ist ein amtlicher Nachweis, dass du berechtigt bist, eine öffentlich geförderte Sozialwohnung zu mieten. Diese Wohnungen haben eine gedeckelte Miete, die oft deutlich unter den freien Angebotsmieten liegt — in Berlin teils bei 6,50 bis 9 Euro pro Quadratmeter kalt, also einem Bruchteil dessen, was du auf dem freien Markt zahlst.

Ohne WBS kommst du an diese Wohnungen nicht heran. Mit WBS schon — und das verändert die Suche grundlegend.

Wie groß der Preisunterschied ist, zeigt ein Blick in die Daten: Am 20. September 2026 standen bei inberlinwohnen.de 80 Wohnungen der landeseigenen Gesellschaften online, Median-Kaltmiete 521 € für 52 m² — 8,7 €/m² gegenüber 17,1 €/m² im freien Berliner Angebot (Wohnly-Mietreport Berlin 2026). Ein HOWOGE-Bestand in Lichtenberg bot 35-m²-Wohnungen für 245 € kalt an, ausschließlich mit WBS. Die gesetzliche Grundlage ist § 27 WoFG: Der Vermieter darf eine geförderte Wohnung nur überlassen, wenn der Wohnungssuchende „ihm vorher seine Wohnberechtigung durch Übergabe eines Wohnberechtigungsscheins" nachweist.

Wer hat Anspruch? (Mehr Menschen als gedacht)

Der Anspruch hängt vom Haushaltseinkommen ab, und die Grenzen sind höher, als die meisten vermuten. In Berlin gelten (Richtwerte, jährlich angepasst) Einkommensgrenzen, die zum Beispiel für einen Einpersonenhaushalt im Bereich von rund 20.000 Euro Jahresnettoeinkommen liegen, für einen Zweipersonenhaushalt deutlich höher — und mit Kindern steigen die Grenzen weiter.

Wichtig: Berlin hat zusätzlich den sogenannten WBS 160 und Sonderregelungen, die die Grenzen für viele Haushalte spürbar anheben. Es lohnt sich also fast immer, den Anspruch konkret prüfen zu lassen, statt vorschnell „verdiene zu viel" anzunehmen.

So beantragst du den WBS

Der Antrag läuft über das Wohnungsamt deines Bezirks. Du brauchst:

  • Den ausgefüllten Antrag (online oder beim Amt erhältlich)
  • Einkommensnachweise aller Haushaltsmitglieder der letzten zwölf Monate
  • Ausweis / Meldebescheinigung

Der WBS ist nach Ausstellung in der Regel ein Jahr gültig. Tipp: Beantrage ihn bevor du auf eine konkrete Wohnung stößt — viele geförderte Inserate verlangen den Schein bereits bei der Bewerbung, und wer ihn erst dann beantragt, ist zu spät.

Wie du WBS-Wohnungen findest

WBS-pflichtige Wohnungen findest du vor allem bei:

  • den landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften (degewo, Gewobag, HOWOGE, WBM, Stadt und Land, Gesobau)
  • Genossenschaften
  • teilweise auch über die großen Portale, wenn du nach „WBS" filterst

Bei den landeseigenen Gesellschaften lohnt es sich, sich direkt zu registrieren und Suchprofile anzulegen. Viele vergeben Wohnungen über eigene Portale, nicht nur über ImmoScout24.

Auch mit WBS gilt: schnell sein

Der WBS verschafft dir Zugang zu günstigeren Wohnungen — aber genau die sind besonders begehrt. Auf eine bezahlbare geförderte Wohnung kommen viele Berechtigte, und die ersten vollständigen Bewerbungen haben die besten Chancen.

Behalte deshalb mehrere Quellen gleichzeitig im Blick: die Gesellschafts-Portale und die klassischen Plattformen. Da das manuelle Beobachten mehrerer Portale viel Zeit frisst, kann ein Dienst wie Wohnly helfen: Auf ImmoScout24, Immowelt und Immonet bewirbt er sich automatisch, und die Angebote der Landesgesellschaften degewo, HOWOGE, WBM, Gewobag, GESOBAU, Stadt und Land und berlinovo meldet er sofort per Telegram oder Push — mit fertigem Anschreiben. So verpasst du keine der raren WBS-Wohnungen, weder auf den Portalen noch bei den Gesellschaften.

Häufige Missverständnisse

  • „WBS ist nur für Arbeitslose." Falsch — viele Berufstätige mit mittlerem Einkommen haben Anspruch, gerade Singles und kleine Haushalte.
  • „WBS-Wohnungen sind schlecht." Falsch — viele geförderte Wohnungen sind solide, modernisiert und in guten Lagen.
  • „Der Antrag dauert ewig." Meist geht es in wenigen Wochen, oft schneller, wenn die Unterlagen vollständig sind.

Das Fazit

Der WBS ist 2026 ein echter Türöffner für bezahlbares Wohnen in Berlin — und viel mehr Menschen haben Anspruch, als glauben. Prüfe deinen Anspruch, beantrage den Schein frühzeitig und registriere dich direkt bei den landeseigenen Gesellschaften. Wer den WBS clever nutzt und schnell reagiert, findet in Berlin Wohnungen zu Mieten, von denen andere nur träumen.

Quellen

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